Karpfen ( Cyprinus carpio ) Foto

Durchschnittslänge/Masse: 40 - 50cm, selten 120cm, bis zu 20kg

Günstigste Fangzeit: Mai bis September

Beschreibung: Der Karpfen hat einen hochrückigen, mäßig abgeflachten Körper, er wirkt ein wenig "buckelig". Sein Rücken ist in der Regel braun-oliv und wird zum Bauch hin heller bis gelbweiß. Karpfen lassen sich in vier Unterarten aufteilen: Außer diesen Arten gibt es noch den weißen Amur, den Silberkarpfen und den Marmorkarpfen, die aber keine echten Karpfen sondern Grasfische sind.

Schuppenkarpfen (links) Spiegelkarpfen (rechts)

Der Karpfen ist der Namensgeber einer ganzen Gruppe von Fischen, den sogenannten Cypriiden. Der Karpfen hat eine lange Rückenflosse, deren erster Strahl ein großer Hartstrahl mit gesägten Hinterrand ist. Ein zweiter Hartstrahl befindet sich an der Afterflosse. Brust-, Bauch-, After- und Schwanzflosse sind kräftig und stark ausgeprägt. Das Maul des Karpfen ist endständig, unbezaht, vorstülpbar und mit zwei Barteln an der Oberlippe und zwei in den Maulwinkeln versehen.

Unterarten:

1. Schuppenkarpfen -normale Beschuppung über den ganzen Körper

2. Spiegelkarpfen -wenige,unregelmäßige stehende große (Spiegel-) Schuppen

3. Zeilkarpfen -ähnlich dem Spiegelkarpfen,jedoch die Schuppen in einer oder mehreren "Zeilen" stehend (nicht rein züchtbar)

4. Lederkarpfen -gänzlich oder fast ohne Schuppen,ebenfalls nicht rein zu züchten.-Neben diesen vier Formen gibt es eine Anzahl von Zuchtrassen,die sich meist durch wechselndes Verhältniss von Länge und Höhe unterscheiden (z.B. Böhmischer,Lausitzer,Fränkischer,Galizischer Karpfen).

Vorkommen: Der Karpfen ist ein Fisch, der schon seit dem Mittelalter in Europa gezüchtet wird. Er benötigt zum Leben ein möglichst ruhiges und warmes Gewässer, mit pflanzenreichem, schlammigen Untergrund. Häufig wird er in Ausläufen von Kraftwerken angetroffen, da dort das Wasser das ganze Jahr über sehr warm ist.

Nahrung: Zu Beginn ihres Lebens ernähren sich die Jungkarpfen von Plankton (Rotatorien, Hüpferlingen und Wasserflöhen). Später ernähren sich die Karpfen von Tieren, die sie am Grund der Gewässer, aus dem Schlamm wühlen. Mit zunehmender Größe und Alter stehen auch ab und an kleine Weißfische auf dem Speiseplan, überwiegend ernährt sich der Karpfen aber von Wasserschnecken, Larven und kleinen Wassertieren. Es ist bekannt, dass verwertbare Reste aus der Lebensmittelindustrie von Karpfen gefressen werden. Ein Beispiel sei eine Kuchenfabrik in Spanien. Dort wurden Kuchenreste in den vorbeifließenden Fluss geworfen und von den in Massen am Auslauf stehenden Karpfen gierig verschlungen. Ob die Karpfen nach Kuchen schmeckten, ist nicht überliefert ;-). Karpfen werden bis zu einem Meter lang und über 20 kg schwer. Es wird von Karpfen berichtet, die Moos auf dem Rücken haben sollen und solchen, die Raubvögel unter Wasser gezogen haben. Im Winter zieht sich der Karpfen an den Grund der Gewässer zurück und fällt in eine Kältestarre. Dabei sinkt sein Stoffwechsel stark ab. Lärm durch Schlittschuhfahrer auf dem Eis können ihn vorzeitig aus dieser Winterruhe bringen, was seinen Tod bedeuten kann, da im Winter sehr wenig Sauerstoff unter dem Eis vorhanden ist.

Fortpflanzung: Geschlechtsreife mit 3 (Männchen) bis 4 (Weibchen) Jahren.Der Karpfen laicht im Mai bis Juli, wenn die Wassertemperatur um 18°C erreicht. Die klebrigen Eier werden während des heftigen Laichspiels (Schlagen) an die Unterwasserpflanzen geklebt. Dabei werden 200 - 750000 Eier je Kilogramm Körpergewicht in wöchentlichen Abständen abgegeben. Die Jungen schlüpfen nach 3 - 8 Tagen und ernähren sich zuerst von ihrem eigenen Dottersack, bevor sie zur Oberfläche aufsteigen und ihre Schwimmblase zu funktionieren beginnt.

Angelmethoden: Grundangelei,kräftige,mittellange bis lange Rute,elastisch und doch rückgratfest.Schnurstärke 0,35-0,45mm (6-12kp Tragkraft).Rolle unbedingt erforderlich.Haken einfach,starkdrähtig,Größen 1-5. Köder: Tauwurm,Kartoffelstückchen oder kleine ganze Kartoffeln bis Taubeneigröße,Erbsen,Bohnen,Teig,Lebkuchen,Boilies.Köder wird meist auf Grund gelegt.Bei hartgründigem Gewässerboden kann Floß weggelassen werden,sonst langes Floß (Gleitfloß) mit mittlerem Auftrieb,möglichst unauffällig in den Farben.Gelegentlich auch Fänge in den oberen Gewässerschichten,wenn der Karpfen im Gelege steht.

Besonderheiten: Der Karpfen, der ursprünglich in den Gebieten der Mandschurei und dem Flussdeltas des Schwarzen Meeeres beheimatet ist, wurde zur Zeit der Römer erstmalig in Europa (1876 Amerika) eingeführt. Besonders beliebt war der Karpfen bei den christlichen Mönchen, die so für die fleischfreien Tage einen adäquaten Ersatz auf dem Speiseplan hatten. Viele Klöster haben auch heute noch Zuchtteiche. Da der Karpfen relativ leicht zu halten ist, erfreut er sich bei den Teichwirten auch heute noch großer Beliebtheit. Weltweit werden jährlich weit über 200.000 Tonnen dieser Fische produziert. Allein in Bayern werden jährlich ca. 2500 Tonnen produziert. Karpfen sind in vielen Familien ein traditionelles Essen zu Weihnachten oder Sylvester.

Auch unter den Sportfischern genießt der Karpfen einen guten Ruf als schlauer, scheuer und zäher Kämpfer.